Sade-Konzert in Mannheim

20. November 2011

Ich war diese Woche auf dem Zusatzkonzert der aktuellen Tour in Mannheim.

Um eines vorweg zu sagen: Die Frau ist unglaublich.
Sade, die Frontfrau, nach der auch die Band benannt wurde, ist in den Jahren zwar reifer geworden, aber kein bisschen hässlich. Man könnte glauben, sie sieht aus wie am ersten Tag.
Was sich jedoch auf jeden Fall verändert hat, ist ihre Stimme. Die Stimme von Sade ist weich wie Samt und Seide und in den tieferen Stimmlagen bekommt sie eine sehr rauchige, fast schon versoffene Note.

Das Konzert ging fast 3 Stunden, von denen Sade 2,5 Stunden selber aufgetreten ist. Ein Vorprogramm oder eine Vorgruppe in dem Sinne gab es nicht. Das Vorprogramm, wenn man es denn so nennen will, dauerte ca. 45 Minuten und bestand aus einem mir unbekannten DJ, der irgendwelche Platten auflegte. Aber dessen Stil passte so gar nicht zum Smooth-Jazz, den Sade macht.
Zum Konzert an sich ist zu sagen, dass Sade natürlich all ihre bekannten Hits wie Smooth Operator, Is it a Crime, Cherish the Day, Soldier of Love oder No Ordinary Love usw. sang.

Über die gesamte Show hinweg hat Sade mehrfach das Outfit gewechselt.
Sie hat mit einem eng sitzenden, schwarzen Kostüm mit halbtransparentem Oberteil zu Soldier of Love begonnen.
Bei Smooth Operator wechselte sie das erste Mal das Outfit und trug dann einen Anzug mit schwarzer Hose, weißem Hemd und schwarzer Weste.
Später wechselte sie dann in ein eng anliegendes, tiefgeschnittenes, weißes Kleid mit roter Spitze am Dekolleté. Dazu sang sie dann Lieder, wie z.B. No Ordinary Love.
Zum Abschluss stellte Sade die Namen der Mitglieder ihrer Band vor.
Zur Zugabe trug Sade ein rotes Kleid, welches wie Seide schimmerte und interpretierte Cherish the Day.
Besonders interessant fand ich, dass Sade zu den beiden Kleidern keine Schuhe getragen hat. Sie stand barfuß auf der Bühne.

Neben den Outfits war auch die Bühnenshow an sich sehr interessant.
Neben den üblichen Lichtershows und -effekten nutzte Sade auch das Medium Video sehr intensiv.
Jedes Video wurde zusätzlich auf eine von mehreren Leinwänden projiziert. Die eine Leinwand war hinter der Bühne angebracht und die andere im vorderen Teil der Bühne. Die vordere Leinwand konnte bei Bedarf hochgefahren werden.
Bei einigen Liedern wurde auch auf beide Leinwände projiziert.
Die Projektion erfolgte über 2 leistungsstarke Beamer, welche im hinteren Teil des Zuschauerraums, noch vor den Tribünen postiert waren.
Genutzt wurden sie, um die Lieder zu untermalen, wie zum Beispiel ziemlich zum Ende der Show mit einer großen roten Sonne als visuelle Untermalung zu Pearls. Auf der Bühne stand nur Sade alleine und im Hintergrund ging langsam eine rote Sonne auf und zum Ende des Liedes wieder unter.
An anderer Stelle wurde die Video-Technik genutzt, um z.B. grafische Effekte durch Spiegelung hervorzurufen, wobei die Spiegelachse in der Mitte der Bühne/Leinwand lag.

Alles in Allem fand ich die Show überwältigend.
Sade war wie erwartet und ihre Stimme hat die Erwartungen deutlich übertroffen.
Einziges Manko, aber da kann man wohl nichts gegen machen, war die Lautstärke. Es scheint wohl so zu sein, dass jeder Bühnenkünstler nicht nur ne 1000-Watt-Anlage mit sich durch die Landschaft kutschieren muss, sondern auch zeigen muss, dass 1000 Watt geeignet sind, den Kreislauf zu beeinflussen und vor allem Ohrenschäden hervorzurufen.
Bei Sade war es teilweise so laut, dass mir die Ohren klingelten. Wer sich die Videos des Konzerts in Sofia, Rumänien, anhört, wird feststellen, dass an einigen Stellen der Ton nicht ganz optimal ist. Das liegt nicht allein an der Qualität des Mikros, das liegt in erster Linie, daran, dass das Mikro wegen der Lautstärke vollkommen übersteuert und überlastet war.

Trotz der Lautstärke fand ich das Konzert und vor allem auch die Frau großartig – ihre Songs sind es sowieso.
Und wenn Sade noch einmal nach Deutschland kommen, dann werde ich sie auf jeden Fall wieder besuchen.

Job-Wechsel

11. Juli 2011

Nach jetzt fast drei Jahren bei einem der größten IT-Dienstleister und Kommunikations-Anbieter Deutschlands (nein, es ist nicht das Ding mit dem schweinchenrosa T …), fange ich am 1. Juli bei einem neuen Arbeitgeber an. Hätte ich nur 1 Monat länger gemacht, wären die 3 Jahre vollständig gewesen. Aber das hätte nicht mit meinem Arbeitsvertrag gepasst (Kündigungsfrist nur zum Quartalsende) und ich wollte eigentlich auch nur noch weg…

Die Gründe, die zu meiner Kündigung führten, sind zum einen profaner Natur – der neue Arbeitgeber zahlt schlichtweg deutlich mehr – und auch persönlicher Natur

Der profane Grund

Zuerst zum profanen Grund, weil den zu erklären ist deutlich einfacher.
Es ist ja nicht so, dass ich meinem Arbeitgeber nicht die Chance gegeben hatte, an diesem Punkt nachzubessern. Und vielleicht – aber wirklich nur vielleicht – hätte ich mir das mit dem Wechsel noch einmal überlegt, wenn das Angebot als ein solches hätte bezeichnet werden können. Leider kam dort gar nichts. Zu Beginn der Verhandlungen – nennen wir es der Form halber mal so – wusste mein Teamleiter nicht einmal, wie hoch mein aktuelles Gehalt ist …
Das Ende von diesem Lied war, dass mein Teamleiter kein Angebot machte. Er stimmte zwar mit mir überein, dass ich mit ca. 37k im Jahr für einen der wichtigsten Mitarbeiter im Team und einer der wenigen Advanced (mein ehemaliger Arbeitgeber hat eine 3-stufige Leiter für Administratoren eingeführt – Junior -> Advanced -> Senior) im Team deutlich unterbezahlt bin, aber zu Verhandlungen ist es gar nicht erst gekommen. Das einzige “Angebot” (Ich bin mir nicht mal sicher, ob man das so nennen darf), welches mir unterbreitet wurde, war: “Ich schau mal, was ich machen kann.” Keine konkrete Summe, kein Angebot – nichts als leere Worthülsen.
Das war Ende Januar, Anfang Februar. Zu diesem Zeitpunkt war ich innerlich schon lange über das Stadium des Überlegens hinaus. Die Entscheidung war im Grunde bereits während meines Urlaubs im November 2010 gefallen. Ein Gespräch mit diesem Verlauf, bestärkte mich im Grunde nur noch in meinem Entschluss.
Zu diesem Zeitpunkt hatte ich eigentlich vor, noch ein paar Dinge in Ordnung zu bringen und meine Geschäfte ganz allmählich an meinen Kollegen zu übergeben – der dadurch ganz unfreiwillig und teilweise unwissentlich vom Partner zum Nachfolger wurde. Men in Black lässt grüßen ^^

Kommunikationsprobleme

Jetzt zu den anderen Gründen.
Die anderen Gründe lassen sich letztendlich auf die Zusammenarbeit innerhalb der Firma zurückführen. Eines der Hauptprobleme ist die Kommunikation. Das heißt, es ist nicht die Kommunikation an sich, sondern mehr das Fehler eben jener.
Innerhalb eines Teams und evtl. auch noch einer Abteilung mag die Kommunikation noch einigermaßen funktionieren. Obwohl sich auch hier bereits Schwächen auf tun. Sobald es sich jedoch um teamübergreifende oder gar abteilungsübergreifende Kommunikation handelt, ist damit Schluss. Dass Informationen erst viel zu spät und schon mal gar nicht im Vorfeld fließen, ist hier nur ein Symptom.
Da die Firma projekt- (und profit-)getrieben ist und die Entwicklungs-Abteilungen in anderen Bereichen aufgehängt sind, als es die IT ist, handelt es sich also bei praktisch jedem Projekt, um bereichsübergreifende Projekte. Der Informationsfluss ist hier praktisch 0 (Null). Die einzige Form der Kommunikation und des Informationsflusses findet in Form von direkt eskalierenden Tickets statt. Soll heißen: Der Projektmanager und auch die Entwickler haben versäumt vor dem Deployment zu testen, ob alle Verbindungen, die sie für ihre Software benötigen, auch funktionieren. Das sollte man aber tun, wenn man als Entwickler auch für das Deployment und damit für den Betrieb der Software verantwortlich ist.
Leider dürfen die Entwickler nicht selbst Firewall-Regeln beim Netzwerkteam beantragen – man spricht ihnen hier einfach das notwendige Know-How und Verantwortungsbewusstsein ab und tut vermutlich auch gut daran.
Ein Projektabschluss sieht also in der Regel so aus, dass die Softwareentwicklungsabteilungen in aller Heimlichkeit ständig neue Projekte kreieren, diese zu Ende entwickeln und dann als krönenden Abschluss des Projektes die Software auf dem Livesystem ausrollen – und sie funktioniert nicht wie erwartet.
Der nächste Schritt ist dann die Lokalisierung des Problems in einer oder mehreren Netzwerkfirewalls. Also geht der Projektmanager her, lässt ein Ticket beim betreuenden IT-Team aufmachen und drückt mit der einen Hand absenden und nimmt mit der anderen Hand den Hörer in die Hand, um den Teamleiter oder höher anzurufen, damit das Ticket mit der Nummer (die just in diesem Moment vom Ticketsystem eingeblendet wird) “bevorzugt”, “priorisiert” (weitere Variationen dieses Vorganges gefällig?) usw. behandelt wird.
All dies geschieht unter dem Wissen, dass das IT-Team selber permanent überlastet ist und im Schnitt ca. 2 Tage benötigt, bis sich jemand eines neuen Tickets annehmen kann – und das Netzwerkteam für die Firewalls benötigt in etwa eben so lange. Laufzeiten von ca. 4 Tagen für Firewall-Geschichten sind also üblich und bekannt.
Und wo wir schon dabei sind, sollten eigentlich folgende Fragen auftauchen:

  1. Warum treten diese Probleme erst beim Deployment auf dem Live-System auf und nicht schon bei den Tests oder der QA?
  2. Wenn diese Probleme bereits bei der QA aufgefallen sind, warum wird nicht direkt und rechtzeitig reagiert und das entsprechende Ticket beim IT-Team aufgemacht, sondern deployed und dann festgestellt, dass das bei der QA festgestellte Problem auch auf dem Lifesystem auftritt und nun natürlich den Erfolg des Projekts in höchstem Maße gefährdet?

Die Antwort ist vermutlich, dass schon Frage 1 nicht zufriedenstellend beantwortet werden kann. Und somit braucht man natürlich zu Frage 2 schon keine Stellung mehr zu beziehen …
Um dieses Problem zu lösen, wird vornehmlich an den Symptomen herumgedoktort. Man setzt verschiedene Projektmanagement-Tools ein, entwirft immer wieder neue Prozesse (natürlich jeder für sich und immer ohne die Betreffenden mit einzubeziehen bzw. zu fragen, denn das würde ja erfordern, dass man miteinander reden muss, was Kommunikation bedeuten würde …) usw. All diese tollen Management-Tools, die in irgendwelchen Diplom- oder Doktorarbeiten an der Uni entworfen wurden, kommen zum Einsatz. Aber es tut sich nichts.
Warum ist das so? Ganz einfach. Weil sich niemand dran hält.
Diese Prozesse werden als zu kompliziert und unergonomisch empfunden, als dass man sie einsetzen könnte. Außerdem schränken sie erheblich die Kreativitität ein …
Also wird jede Menge Energie darauf verwendet, möglichst kreativ diese teilweise teuer eingekauften Planungstools und Prozesse zu umgehen. Die Entwickler der Prozesse und Tools hingegen stellen diesen Trend fest und verwenden ihrerseits viel Zeit, Energie und Kreativität darauf, den Prozess zu verbessern – sprich die Lücken im Prozess zu schließen.
Diese Tools und Werkzeuge sind nicht ergonomisch. Sie sollen dem Menschen helfen, gegen seine Natur zu arbeiten, indem sie ihm helfen, seine vernünftige Seite, die nach Ordnung und Regelung strebt, zu unterstützen. Diese Werkzeuge funktionieren auch nur dann, wenn sich alle Beteiligten daran halten. Springt nur einer aus der Reihe, wird der sicherlich schneller und aus seiner Sicht einfacher ans Ziel kommen, als diejenigen, die sich an den Prozessablauf halten. So ganz nebenbei ist der Preis dafür aber, dass mindestens 3 andere Projekte darunter leiden müssen und nicht rechtzeitig abgeschlossen werden können.
Wenn die Situation so ist, wie bei meinem Ex-Arbeitgeber – es gibt Prozesse, damit man sie umgehen kann – dann führt das sehr schnell zum oben beschriebenen Chaos. Der oben beschriebene Projektablauf ist keine Ausnahme, wie man meinen könnte. Es ist leider eher die Regel.
Einer der Gründe, weswegen ich gekündigt habe, ist also, dass ich es leid war, ständig die Feuerwehr zu spielen. Und obwohl mein Einfluss nicht gerade gering war (wenn ich zu einer Anfrage nein gesagt habe, oder etwas dumm nachgefragt habe, dann wussten die Leute, die das verbrochen haben, genau, dass sie gerade verloren hatten und sich mindestens auf eine heftige Diskussion einstellen durften – wobei ich kein Problem damit hatte, auch Dinge eskalieren zu lassen und Team- und Abteilungsleiter damit zu beschäftigen), hatte ich praktisch keinen gestalterischen Einfluss. Gerade dies hat mich fertig gemacht. Zu wissen, dass Dinge suboptimal sind, einen möglichen Lösungsansatz zu kennen und dennoch läuft es weiter wie bisher …
Das zweite große Problem ist also die nicht stattfindende Kommunikation. Jeder in der Firma kennt das Problem, aber niemand traut sich, dieses Kind beim Namen zu nennen.
Versuche, das Problem im Kleinen zu lösen, scheitern in der Regel daran, dass dafür nicht genügend Ressourcen bereitgestellt werden. Denn für ein Problem, welches es offiziell nicht gibt, braucht man auch keine Mittel und Ressourcen zur Lösung bereitzustellen. Logisch, oder?

Es gibt noch den einen oder anderen Grund. Aber der Artikel ist jetzt schon ziemlich umfangreich. Daher werde ich die anderen Gründe, je nach Zeit und Laune, in den nächsten Tagen in weiteren Artikeln nachtragen.

Der klassische Server-Umzug

18. Dezember 2010

Es war die typische Situation, die bei Updates oder Serverumzügen entstehen.
Man gibt vorher bei den Kontaktleuten Bescheid, dass der Umzug an einem bestimmten Termin stattfindet und bittet sie, dass sie alle Betroffene informieren möchten.
Bis hierhin ist meistens alles gut.

Der Tag des Umzuges ist da und man stellt als erstes den Dienst ab, damit man in Ruhe arbeiten kann und vor allem, damit keine Daten mehr verändert werden können.
Da man freundlich ist, stellt man auch eine Maintainance-Page hin, die sagt, wo man sich Infos holen kann.
Dann geht man in Ruhe frühstücken, denn auf leeren Magen kann man nicht gut arbeiten.

Vom Frühstück zurück schaut man auf die Büchse und was ist passiert?
Genau. Irgendein Vollhonk hat den Dienst, den du gerade abgeschaltet hast, wieder eingeschaltet.
Aber ein gut geführtes Log und das Kommando `who` sind deine Freunde.
Es stellt sich heraus, dass die Bereitschaft den Dienst wieder angeschaltet hat. Also Anruf bei der Bereitschaft und denen unter Androhung von unangenehmen Dingen klar gemacht, dass es keine gute Idee ist, dies noch einmal zu tun.

Nachdem dies die erste gute Tat an diesem Tag war und du dich bereits etwas besser fühlst, schaltest du den Dienst wieder ab und legst noch einmal eine kurze Pause ein, damit auch der letzte evtl. in der Zwischenzeit geänderte Datensatz auch sicher auf die Platte geritzt ist.

Die Pause ist zu Ende und du beginnst ganz entspannt mit dem Umzug. Natürlich nicht, ohne vorher getestet zu haben, ob die Maintainance-Page auch wirklich angezeigt wird.
Du bist noch keine halbe Stunde dabei und hast mit deinem Partner die Vorgehensweise abgesprochen, da kommt der erste Anruf.

Die Bereitschaft: ‘Hättest uns ja auch sagen können, dass du dort nen Umzug machst.’
Antwort: ‘Der Dienst ist echt unwichtig und hat Null Auswirkungen nach draußen.’
Bereitschaft: ‘Das nächste Mal schreib doch was in die message of the day.’
Antwort: ‘Okay, beim nächsten Mal.’
Also einfach fix /etc/nologin getoucht und noch kurz nen Text reingehackt. -> Das schlägt 2 Fliegen mit einer Klappe.

  • außer root kann sich niemand mehr einloggen
  • der Text in der /etc/nologin erscheint, ähnlich wie die MoD, beim Login(-Versuch)

Jetzt geht’s aber los.
Alle sind informiert, die letzten Punkte sind mit dem Teamkollegen besprochen und du bist gerade dabei das erste Kommando in der Kommandozeile zusammenzuklöppeln …
Das Telefon klingelt – nen Entwickler.
‘Was kann der denn wollen?’, denkst du noch so bei dir, da wettert der auch schon los.
“Was ist denn mit Service so und so? Die Bereitschaft hätte ihn zu mir geschickt. Er hat heute ne Schulung. usw. bla, bla, bla”
Irgendwann kommt man dann auch zu Wort, aber nicht für lange. Nach spätestens 3 Worten fällt der Gegenüber einem ins Wort und dein Puls steigt schon bedenklich an…
Als der Typ fertig ist, fragst du ihn erst mal, ob er gewillt ist, dich ausreden zu lassen und erklärst ihm anschließend, dass du alles getan hast, was notwendig ist um den Umzug zu machen und dass heute der einzige Slot ist, um diesen Umzug zu machen. Und darüber hinaus hast du keine Rückmeldung von deinem Ansprechpartner bekommen und bist daher davon ausgegangen, dass der Umzug allen bekannt ist.
“Aber meine Schulung. Was soll ich denn machen? Soll ich die etwa alle nach Hause schicken?”, heult der Typ am Telefon.
“Genau das. Der Service wird heute nicht mehr erreichbar sein und die volle Funktionalität ohnehin erst am Montag.”
Der Typ ist verzweifelt, aber merkt, dass er keine Chance hat und legt auf.

So, nun aber.
Kommando vervollständigt, und das kopiern fängt an.
Währenddessen schaust du auf den neuen Server, was dein Kollege denn da bisher gemacht hat.
Das ist zwar alles ganz nett, aber nicht unbedingt das non-plus-ultra. Also feilst du noch nen paar Ecken ab.
Du bist fertig mit den Feinarbeiten, da ist dann auch der Kopiervorgang beendet. Du versuchst, das erste Mal den Dienst zu starten, da klingelt das Telefon.
Dein Ansprechpartner ist dran: “Wie lange wirst du denn noch brauchen.”
‘Bleib ganz ruhig und zieh den Typen jetzt nicht durch dein DECT’, denkst du noch bei dir und sagst dann einigermaßen sachlich: “Wir sind gerade dabei, aber das will irgendwie nicht so recht. Wir versuchen noch ein paar Probleme zu fixen. Wir rufen dich an, wenn wir soweit sind. Aber egal, wie weit wir heute kommen. Es wird nicht vollständig funktionieren. Die vollständige Funktionalität ist erst am Montag nach der DNS-Änderung wieder da.”
“Okay. Dann warte ich auf euren Anruf.”

Die Daten sind also rüberkopiert und es sieht soweit alles gut aus.
Zur Info: Wir haben hier einen Service von einem Single-Node auf einen Cluster mit zwei Knoten kopiert. Ist ja kein großer Akt. Tomcat und mod_jk im Apache regeln das schon.
Wir fahren also den Tomcat hoch und schauen uns die Status-Seite vom mod_jk auf dem Apache an. Sowohl der Tomcat, als auch der Apache melden alle Lichter grün. Sticky Session funktioniert und die Verteilung der Anfragen auf die Tomcats tun auch. – Jedenfalls heoretisch.
Praktisch sieht es so aus:

  • im server.log ist die letzte Meldung, dass alles okay ist und seit einige Sekunden passiert nix mehr
  • der Apache sagt, dem Tomcat gehts gut
  • Anfragen werden zwar angenommen, aber irgendwie kommt da nix zurück

Auf der Suche nach der Ursache gehen wir in das ROOT.war der Anwendung und finden einer der unzähligen XML-Dateien (Java-Applikationen sind eklig), dass dort der Name des Servers eingetragen ist. Wir ändern also den Namen in den Namen des Knoten und redeployen die ROOT.war.
Das server.log meldet brav, dass es eine neue ROOT.war gefunden hat und der Deployer macht seine Arbeit. Wieder ist seit ein paar Sekunden keine Meldungen mehr im Log.
Die Seite aufrufen – Wieder nur eine weiße Seite. Der Ladebalken ist aber zu 2/3 gefüllt. Also irgendwas ist passiert und es wurden Daten gesendet.
Das ganze Spiel haben wir noch ein paar Mal gemacht. Inklusive Worker rausnehmen und wieder reinnehmen usw.

Insgesamt haben wir die ROOT.war mehrfach angepackt, bis wir nach ca. 3 Stunden darauf gekommen sind, dass diese Drecks-Applikation gute 10 bis 15 Minuten braucht, bis sie wirklich da ist und die ersten gescheihten Antworten gibt.
In der Zeit dazwischen spinnt natürlich auch das mod_jk rum und zeigt die Applikation mal als oaky, dann wieder als Error, dann wieder als Error/Recovery usw. Die ganze Palette, die mod_jk halt kennt. Und bekanntlich verhält sich mod_jk so, dass es die Zeiten, die ein Worker als Error gekennzeichnet wird, mit jedem Error-Status ein wenig verlängert.
Das Ende vom Lied war, dass wir fast 5 Stunden damit zugebracht haben, eine Applikation zu debuggen, die in Ordnung war, herauszufinden, dass der Server-Name nur bei den wenigsten Funktionen eine Auswirkung hat, die Applikation einfach nicht performt und der eigentlich Umzug (hätten wir das gewusst) nach 1 bis 2 Stunden (also wie geplant) beendet gewesen wäre.

Da kann ich nur sagen: Ein Glück, dass ich dafür bezahlt werde, 40 Stunden in der Woche abzuleisten und nicht danach, wieviele Dinge ich kaputt bekomme *g*

Der Umzug oder Die große Katastrophe

15. August 2008

Nachdem nun also der Verbleib des Mietvertrages geklärt war und klar war, dass ein Umzug mit einem Umzugsunternehmen getrost gestrichen werden konnte, musste ich auf die Schnelle alles neu “planen”.

Mein Ausweichplan sah so aus, dass mir bei den sperrigen Sachen wie Waschmaschine, Kühlschrank, Couchbett und Küchenschrank mein Mitbewohner helfen müsste. Er bestätigte mir auch, dass er mir helfen würde. Allerdings mit der Einschränkung, dass er hatte um 10:00 Uhr einen wichtigen Termin habe und konnte mir demzufolge auch nur bis 9:30 Uhr helfen konnte.

Grundsätzlich war das nicht so schlimm, denn es handelte sich ja nur um 4 Teile. Und ein Teil davon hatten wir schon einen Tag vorher heruntergebuckelt.

Bei Avis hatte man mir versichert, dass das Auto um 8:00 Uhr verfügbar wäre. Demzufolge plante ich es so ein, dass ich um 8:00 Uhr das Mietauto abholen wollte und dann so gegen 8:30 Uhr hätte anfangen können mit dem einladen.

Um 9:30 Uhr hätten mein Mitbewohner und ich dann zumindest die schweren Sachen locker alle runtergetragen und eingeladen gehabt.

Soweit der Plan.

Aber es kam natürlich anders, als geplant. Und zwar ganz anders.

Es fing schon morgens beim abholen des Autos an.

Als ich um 10 Minuten nach 8 bei Avis aufkreuzte, teilte man mir mit, dass das Auto noch nicht da sei. Aber es würde in ca. 20 Minuten da sein.

‘Okay’, dachte ich. ’20 Minuten kannst du warten und du kommst auch nicht all zu sehr aus dem Plan.’

Es blieb jedoch nicht bei 20 Minuten. Nachdem ich 15 Minuten gewartet hatte, rief die Dame am Tresen bei dem Typen an und fragte, wo er bliebe. Es stellte sich heraus, dass 20 Minuten mehr als illusorisch waren. Vor 9:00 Uhr wäre nicht mit dem Eintreffen des Transporters zu rechnen.

Ich also wieder nach Hause gestiefelt und mit meinem Mitbewohner die großen Sachen runtergeschleppt. Wir haben in der knappen dreiviertel Stunde bis kurz nach 9 wie erwartet die größten Dinger geschafft.

Als wir gerade mit dem Kühlschrank unten an kamen, stand auf einmal die Tussi vor uns, die die Wohnungsabnahme machen wollte.

Ich war total überrascht und fragte sie, wie spät es sei. Sie antwortete mir, es sei viertel nach 9 und sie hätte bereits mehrfach versucht mich anzurufen.

Mein Telefon hatte ich natürlich oben gelassen. Und selbst wenn ich es am Mann gehabt hätte, wäre ich mit einem Kühlschrank am Arm sicher nicht ran gegangen… Aber das schien ihr nicht in den Sinn zu kommen. Frauenlogik halt …

Jedenfalls stellten wir dann gemeinsam fest, dass sie am heutigen Tag keine Zeit mehr haben würde, um einen weiteren Termin zu machen. Und ich würde bereits am nächsten Tag nicht mehr vor Ort sein. Der Kompromiss, den wir dann fanden sah so aus, dass mein Mitbewohner von mir eine Vollmacht bekam und in meinem Namen die Wohnungsabnahme machen durfte.

Soweit, so schlecht.

Es war inzwischen 9:30 Uhr und mein Mitbewohner musste los zu seinem Termin. Und oben in der Wohnung stand noch der Kleiderschrank und die Couch.

Da es inzwischen 9:30 Uhr war und das Mietauto ja ab um 9:00 Uhr verfügbar sein sollte, zog ich los zu Avis, um das Auto abzuholen.

Dort angekommen, stellte sich heraus, dass das Auto immer noch nicht da war.

Um viertel nach 10 kam dann endlich auch der Fahrer mit dem Mietauto, welches ich bekommen sollte. Nachdem dann noch ein oberflächlicher Check durch die Mitarbeiter der Autovermietung vorgenommen wurde, konnte ich halb 11 dann auch endlich mit dem eigentlichen Umzug beginnen.

Zu diesem Zeitpunkt waren bereits sämtliche von mir gemachte Termine nicht mehr haltbar. Die Termine am Zielort nicht und die Termine bezüglich der alten Wohnung ohnehin nicht. Ich wollte ja eigentlich schon um 10 Uhr unterwegs sein.

Die Chefin der Avis-Filiale in Neubrandenburg hatte wohl irgendwie ein schlechtes Gewissen, weil mir ja alle Termine geplatzt waren und das Mietauto erst mit 2 Stunden Verspätung ankam. Deswegen bot sie mir an, dass ein Mitarbeiter mitkommen könnte und mir beim Tragen der letzten beiden großen Möbelstücke helfen würde. Dieses Angebot nahm ich natürlich an.

Auf den 10 Minuten Fahrt zur Wohnung zeigte mir der Mitarbeiter dann noch einige Schalter und erklärte mir die Bedienelemente im Cockpit. Vor der Wohnung angekommen, stellten wir zusammen schnell die drei Möbel ins Auto, die mein Mitbewohner und ich bereits runtergetragen hatten. Anschließend trugen wir die Couch nach unten und stellten sie ins Auto. Den Kleiderschrank solle ich auseinandernehmen, dann wäre er leichter transportierbar und der Raum innerhalb des Autos würde optimaler genutzt werden, meinte der Avis-Mitarbeiter. Prinzipiell hatte ich nichts dagegen und da die Rückwand geschraubt war, ließ sich das sogar machen.

Der freundliche Mitarbeiter verabschiedete sich von mir und ging zu Fuß zurück zur Avis-Station (sind nur 10 Minuten Fußweg). Ich war also alleine mit einem Keller voller Zeugs und einer Wohnung im 6. Stock ebenfalls voller Zeugs.

Es war inzwischen 11 Uhr und ich sollte noch viereinhalb Stunden brauchen, um die Wohnung leer und das Auto voll zu laden.

Um 16:00 Uhr kam mein Mitbewohner von seinem Termin wieder und ich war gerade dabei die letzten Kleinigkeiten zusammenzusammeln. Danach ging ich dann nochmal in den Aldi und kaufte mir etwas zu trinken, denn wegen der Affenhitze und dem ewigen Treppen hoch- und runterrennen hatte ich bereits über 3 Liter Wasser getrunken und damit meine ganzen Vorräte aufgebraucht. Also ging ich noch einmal in den Aldi und füllte meine Vorräte mit Wasser, Limo und Cola auf.

Sobald ich Neubrandenburg verlassen hatte und endlich auf dem Weg in meine neue Heimat war, lief alles wie am Schnürchen.

Ich machte alle 2 Stunden Pause und bin die Nacht über durchgefahren.

Am nächsten Morgen um 5 Uhr war ich dann in Karlsruhe und bin dann noch eine Stunde lang die Kriegsstraße hoch und runtergegondelt, weil die Beschreibung so genial und die Karte so detailliert war, dass ich auch hätte auf dem Mond sein können. Der ADAC-Atlas hatte aber leider auch keine Detailkarte von Karlsruhe und so kurvte ich mehr oder weniger orientierungslos durch Karlsruhe.

Nach einer dreiviertel Stunde hatte ich dann die Schnauze voll und fand zufällig eine Straße, die noch viel zufälliger auch auf der “Detail”-Karte des Routenplaners verzeichnet war. Ich stellte also mein Auto auf dem nächstbesten Parkplatz ab und ging zu Fuß los um zu erkunden, wo ich überhaupt bin und wie ich mit meinem Auto dorthin komme, wo ich hin will.

Gesagt, getan. Ich also zu Fuß los … Und siehe da, es stellte sich heraus, dass ich nur die Straße, wo ich mein Auto abgestellt hatte, weiter runter fahren musste und dann rechts abbiegen und ich stand direkt vor meiner neuen Wohnung.

Ich parkte also den Transporter direkt vor der Haustür und wartete auf meinen Helfer in Karlsruhe. Der sollte um 7 kommen.

Pünktlich wie ein Maurer stand Jay vor mir und wir fingen an den Transporter auszuräumen.

Um 9:30 Uhr hatten wir das letzte Teil ausgeräumt. Die Waschmaschine war überflüssig, da in der neuen WG bereits eine vorhanden war und Jay und ich fuhren das Gerät zu Jay, wo es erst einmal eine recht sichere Bleibe gefunden hat.

Wenige Minuten nach 10 waren wir bei Avis in Karlsruhe und wollten das auto auftanken. Dummerweise funktionierte die Tankstelle neben Avis nur mit Karte und da ich noch nen Haufen Bargeld in der Tasche und bereits ein riesen Loch auf dem Konto hatte, wollte ich lieber in bar zahlen.

Die Mitarbeiterin bei Avis erklärte mir den Weg zu einer Tankstelle, wo man auch normal mit Bargeld bezahlen kann und Jay und ich gingen den Transporter nochmal volltanken.

Um 10:30 Uhr konte ich das auto endgültig wieder abgeben und der Umzug war so gut wie gelaufen. Ich fuhr noch mit dem Rad zu meiner neuen Wohnung und Jay half mir beim Hochtragen der letzten Sachen.

Ich glaube um 12 hatten wir das letzte Stück nach oben getragen und ich saß total fertig und erschöpft in der Küche. Ich war so fertig, dass ich nicht mal mehr merkte, wie fertig ich war.

Alles in allem bin ich froh, dass der Umzug vorbei ist,

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich für die tatkräftige Unterstützung meines ehemaligen Mitbewohners Daniel und auch bei Jay2k1 bedanken.

In diesem Sinne…..

geBLITZdingst

… obwohl… damit isses ja jetzt eigentlich vorbei…

Wohnungssuche

12. August 2008

Niemand wird behaupten, dass es einfach wäre, eine Wohnung zu finden.
Aber wenn man 800 km weit weg zieht und keine Gelegenheit hat vorher zu besichtigen, weil man bis zum letzten Tag beim alten Arbeitgeber beschäftigt ist, dann ändert sich das Level von “schwierig” auf “praktisch unmöglich”.
Hier meine Geschichte über die Wohnungsfindung in Karlsruhe.

Es begann schon vier Wochen vor dem geplanten Umzug.
Die erste Hürde ist es, in Karlsruhe einen Vermieter zu finden, der einen ohne Besichtigung Wohnraum vermietet. Mission Impossible ist ein Scheiß dagegen.
Es gibt in Karlsruhe praktisch keine großen Wohnungsgesellschaften, wie in Ostdeutschland. Große Wohnungsgesellschaften haben die, mitunter zweifelhafte, Eigenschaft, dass es ihnen prinzipiell egal ist, wer in ihre Wohnungen einzieht – solange die Miete pünktlich bezahlt wird.
Nach einigen Mißerfolgen fand ich dann einen Makler, der mir zusicherte eine Wohnung zu haben, wo ich nicht vorher eine Besichtigung machen müsse. Ich schickte also den Strip-Bogen, der meine finanzielle, seelische und kriminelle Vergangenheit auf das genaueste ausleuchtete, an den Makler und wartete auf Antwort.
Und ich wartete.
Nachdem eine Woche ins Land gezogen war und ich keinen Pieps mehr von dem Makler hörte, hakte ich mal nach – und siehe da, zu dem Zeitpunkt, wo ich den Bogen einsandte, war die Wohnung praktisch schon vermietet gewesen …
Ich hatte also eine ganze Woche verloren und mir blieben nicht ganz drei Wochen, um eine neue Wohnung in Karlsruhe zu finden. Nun gut. Nach etlichen Telefonaten und E-Mails fand ich dann endlich einen Vermieter, der bereit war das Prozedere in abgewandelter Form mitzuspielen. Das sah dann so aus. dass ein Bekannter von mir die Besichtigung in meinem Namen durchführt. (An dieser Stelle möchte ich Lily danken, dass sie für mich die Besichtigung gemacht hat. :-) )
Okay – die Besichtigung war also erledigt und der Vermieter war bereit “das Risiko” auf sich zu nehmen. (Wer an dieser Stelle das eigentliche Risiko getragen hat, dazu kommen wir gleich.)

Nun ging es ans Eingemachte.
Der Vertrag musste ausgetauscht und unterschrieben werden.
Per Telefon und E-Mail wurde abgesprochen, dass der Vermieter den Vertrag ausarbeitet und mir per Briefpost zusendet. Und ich soll den Vertrag unterschrieben samt der Kaution (600 Euro) an den Vermieter zurückschicken.

Soweit der Vorschlag des Vermieters, der ja eigentlich auch okay ist. Nur das Übersenden von soviel Kohle mit der Post, ist nicht gerade mein Ding. Der Brief hätte versichert werden müssen und damit die Kosten unnötig in die Höhe getrieben.
Wenn man wenig Kohle hat und weiß, dass der erste Monat nach einem Umzug für gewöhnlich nicht gerade der billigste wird, ist das also keine Option.
Daher schlug ich $zukünftiger_Vermieter vor, die Kaution per Banküberweisung zu überweisen und nicht per Post zu schicken. Die anderen Parameter aber beizubehalten.
Hier nochmal zum Mitschreiben: Ich würde die Kaution per Überweisung an den Vermieter schicken und der Vermieter würde mir seinerseits den Vertrag zuschicken. Ich wiederum schicke den Vertrag unterschrieben wieder an den Vermieter zurück.
Gesagt, getan. Beide Parteien waren einverstanden.
Ich also los zur Bank und vorsorglich die Kaution überwiesen, weil man ja nie weiß wie lange die Banken mit dem Geld arbeiten, bevor sie es gutschreiben.
Nun gut. Laut der letzten Nachricht des Vermieters, sollte der Mietvertrag am Donnerstag in Woche -2 des geplanten Umzugstermins fertig gemacht und am Freitag eingeworfen werden. Er hätte also am Samstag oder Montag, allerspätestens jedoch am Dienstag eintreffen sollen. Soweit die Theorie.
Da ich eigentlich vor hatte einen Antrag auf Umzugskostenbeihilfe beim Arbeitsamt zu stellen und dann mit einem Umzugsunternehmen umziehen wollte, war ich ein wenig abhängig von dem Vertrag. Denn ohne Vertrag, keine Kostenübernahme vom Amt.
Nachdem dann am Dienstag keine Post aus Karlsruhe im Kasten lag und auch am Mittwoch nicht, wußte ich schon, dass ich die Kohle vom Amt vergessen konnte. Ist halt das Arbeitsamt und ich brauch mit dem Antrag nicht am Montag da aufkreuzen, wenn ich am Dienstag umziehen will. Aber es interessierte mich schon, ob die Post es mal wieder fertig gebracht hat, einen wichtigen Brief zu verbasseln oder zurückzusenden.
Also rief ich am Donnerstag bei $zukünftiger_Vermieter an und fragte dezent nach…. Und, was stellte sich heraus? Genau, ihr ahnt es….
“Ja, ihr Geld ist angekommen.”
“Das ist aber schön. Haben Sie den Vertrag eigentlich abgeschickt?”
“Den Vertrag abgeschickt? Nein, den hab ich nicht abgeschickt. Ich dachte mir, es würde ja auch ausreichen, wenn Sie den Vertrag unterzeichnen, sobald Sie eingezogen sind.”
Als $zukünftiger_Vermieter diesen Satz sagte, hätte ich ihn durch das Telefon ziehen können. Zwar hatte ich mir schon irgendwie so etwas in der Art gedacht, aber normalerweise sind Absprachen dazu da, dass man sie einhält und nicht einseitig abändert, ohne den Gegenpart darüber zu informieren.
$zukünftiger_Vermieter wollte mir dann zwar den Vertrag per Eilpost (Deutsche Post und schnell – LOL) zukommen lassen. Aber das lehnte ich dann dankend ab. Es hätte eh nix mehr gebracht. Der Vertrag wäre allerfrühestens am Freitag da gewesen und ich hätte die Unterlagen dann auch erst am Montag einreichen können. Also viel zu spät – denn am Dienstag wollte ich ja bereits umziehen.
Soviel also zum vielgepriesenen “Risiko des Vermieters”. Das ich nicht lache.

Ich durfte aufgrund der einseitigen Entscheidung von $Vermieter (“Sie können den Vertrag ja dann vor Ort unterschreiben.”), meinen seit einem Monat geplanten Umzug innerhalb von zwei Tagen vollkommen umplanen.
Ich durfte dem Umzugsunternehmen absagen und mich auf einen Umzug mit einem Mietauto freuen. Das Mietauto durfte ich natürlich aus eigener Tasche zahlen, statt mit Unterstützung des Arbeitsamtes. Das hat mein ohnehin knappes Budget auch nicht gerade aufgestockt …
Alles in allem sind mir durch einen “mitdenkenden” Zeitgenossen über 2000 Euro an möglicher Unterstützung durch die Lappen gegangen. Und ich hatte eine nicht eingeplante Mehrbelastung von 800 Euro durch den Umzug per Mietauto.
Von dem Streß und der nicht geplanten 36-Stunden-Übung ganz zu schweigen.
Und dann besitzt $Vermieter noch die Dreistigkeit mir die 16 Euro für die beiden Tage im Juli, die ich ja in dem Zimmer hauste, anzurechnen.

Alles in Allem bleibt nur zu sagen: Vermieter in Karlsruhe müßte man sein. Dann kann man sich offenbar so ziemlich alles erlauben und wird seine Buden trotzdem los.

In diesem Sinne ….

geBLITZdingst

Es sollten drei ruhige Wochen werden …

4. August 2008

Es war einmal …

Ja, so beginnt es immer im Märchen.
Auch ich hatte die Illusion in einem solchen Märchen zu sein.
Drei Wochen hatte ich noch in meinem Ausbildungsbetrieb abzusitzen.
Mein Ausbilder war in den Urlaub gegangen und hatte mich drei Wochen lang alleine gelassen – alleine auf einem eigentlich sinkenden Schiff.

Es fing an in der ersten Woche.

Der Externe war da und wollte irgendwie an den Servern rumspielen. Einige von den Windows-Kisten sollten ab sofort in der VM laufen und mussten natürlich migriert werden.
Das wäre alles total easy und überhaupt kein Ding, meinte der Externe bevor er anfing. Er zeigte auch wunderschöne, bunte Grafiken vom “Vorher” und geplanten “Nacher”.
Es ist also die erste Woche und ich wollte in dieser Woche die Daten aus den Gebietsstammdaten so beackern, dass sie endlich auf die neue Vertriebslösung portiert werden konnten.
Daraus wurde dann allerdings nichts. Weil ganz so easy und problemlos, wie der Externe das behauptet und angekündigt hatte, war es dann doch nicht abgelaufen.
Mit einem Satz: Ich war die ganze Woche über damit beschäftigt dem Externen bei der Umwandlung der Maschinen in virtuelle Maschinen zuzuarbeiten und mit zusätzlichen Informationen zu versorgen, dass ich zu nichts anderem mehr kam.
Letzendlich habe ich dann die Daten mit dem groben Hammer bearbeitet und durch ein PHP-Script gejagt. Die andere Methode wäre zwar aufwendiger gewesen und hätte sehr, sehr viel mehr Zeit in Anspruch genommen, aber irgendwie bin ich mir sicher, dass dabei mehr Daten übrig geblieben wären. Aber der Chef war mit der maschinellen Lösung zufrieden und dann ist das wohl gut (genug) *schulterzuck*

Die Woche drauf ging es dann weiter….

Das ging am Montag schon los.
Als ich am Montag um 7:15 (um 8:00 ist mein offizieller Dienstbeginn!) in die Firma kam, da kam mir schon der Vertriebler mit aufgeregt wedelnden Armen entgegen.
Er hatte den üblichen Satz, den alle Admins so lieben, auf den Lippen: “Nichts geht mehr!”
Als ich in den Serverraum schaute, erwarteten mich ein ausgeworfenes Band und eine in freundlichem gelb leuchtende Lampe Bandlaufwerk des DB-Servers.
Nun muss man wissen, dass es sich bei diesem Rechner um eine Windows-Server-Kiste handelt und das NT-Backup-Tool nicht in der Lage ist, Dateien zu sichern, die sich im Zugriff befinden. Deswegen macht das Script, welches das Backup startet, zuerst einen Dump der Datenbank und hält dann den DB-Dienst an. Wenn NT-Backup dann fertig ist mit dem Sichern der Daten und alles auf Band gestreamt hat, werden die Dienste wieder gestartet.
Läuft aber aus irgendeinem Grunde das Backup nicht durch, dann bleibt der Prozess stehen und die Datenbanken werden nicht wieder gestartet.
Und genau das war passiert. Das NT-Backup-Script war nicht zu ende gelaufen und blockierte nun das ganze System. Es laufen täglich, zeitgesteuert zwei größere Berechnungen auf besagter Datenbank ab. Wenn aber das Backup das System blockiert, können die natürlich nicht ablaufen. Man kann diese Berechnungen aber auch nicht einfach so nachholen, weil das Berechnungsprogramm tagtäglich ausgeführt wird und anhand des Wochentages herausfindet, ob es eine kurze oder eine ausführliche Berechnung durchführen muss. Man muss also das Datum per Hand auf den Samstag zurücksetzen, die Berechnung für Samstag laufen lassen. Dann das Datum auf den Sonntag setzen, wieder die Berechnung starten (ca. 4 Stunden warten). Und dann das Datum auf den Montag setzen und die Berechnung ein drittes Mal durchlaufen lassen (weil wegen der Systemblockade durch das Backupscript die Berechnung vom Montag auch nicht laufen konnte).
Für die Vertriebler bedeutet das, dass sie den Montag vom Prinzip her nach Hause gehen könnten, da sie auf der Datenbank nicht arbeiten können. Würden sie es doch tun, würden sie unter Umständen Daten verfälschen und es würde falsche Meldungen an übergeordnete Stellen weitergegeben werden und der Lohn für die Verteiler würde nicht korrekt berechnet werden.
Und wer jetzt meint, dass man doch unter diesen Umständen die Berechnung einfach tagsüber machen könnte, der irrt. Es ist offenbar unmöglich, den Leuten zu erklären, sie könnten ab Mittag wieder auf die Datenbank und vorher nicht. Es ist einfacher ihnen zu sagen: “Heute gar nicht. Erst morgen wieder.” Und weil sie ja eh nicht hören können und trotzdem auf der Datenbank arbeiten, muss man warten bis nachmittags und dann die Leute brutalst möglich vom Server schmeißen und sich dann noch wilde Flüche und Beschimpfungen anhören und kann dann erst mit dem Nachholen der Berechnungen beginnen.
Und dann sitzt man natürlich am Montag bis 20 oder 22 Uhr in der Firma und schaut zu, dass das Backup endlich fertig wird.
Das also war der Montag der zweiten Woche.

Am Dienstag hatte ich das Spiel noch einmal.
Offenbar waren die Bänder von Freitag und von Montag so verschlissen, dass von den 40 GB Kapazität nicht einmal mehr knapp über 20 GB nutzbar waren. Zum Glück findet unter die Woche nur eine kurze Berechnung statt, die maximal 15 Minuten dauert.
Also hab ich den Terminalserver kurzerhand abgeschaltet (damit ja niemand auf die Idee kommt sich anzumelden) und hab den Backup-Prozess aus dem Taskmanager gekillt und die Lohnberechnung für Dienstag nachgeholt.

Am Mittwoch dann hatte ich eigentlich geplant, mich auf meine mündliche Prüfung vorzubereiten, die am Donnerstag später stattfinden sollte. Aber auch hier hatte die großartige Rechentechnik meines Ausbildungsbetriebes noch eine Überraschung parat.
Gleich morgens, ich wollte mir gerade nen Kaffee holen, wurde ich in den Satz gerufen. Und was mich da erwartete, war nicht mehr mit Worten zu beschreiben.
Irgendwie war es der Mitarbeiterin gelungen in den Backup-Modus von HP zu gelangen. Und was die Jungs von HP da gebastelt haben, verdient einfach nur noch meinen Applaus.
Dort war ein Dialogfenster zu sehen, das den Nutzer darauf aufmerksam machte, dass die Festplatte gelöscht wird und alle Daten auf der Platte futsch sind, sobald man “OK” drückt.
Lustiger Weise gab es außer dem “OK”-Button keine weitere Auswahlmöglichkeit.
Ich also die Esc-Taste gedrückt, in der irrigen Annahme, dass die Kiste dann neu bootet oder so.
‘Alles kannst du machen, nur nicht die Platte formatieren, solange ich die Daten davon noch nicht gesichert hab’, dachte ich.
Aber leider war es wohl egal, welche Taste man gedrückt hätte… Auf jeden Fall fing das Backup-Tool an, die Festplatte zu formatieren.
‘Prima’, dachte ich. ‘Soviel also zum Thema ruhiger Tag und Prüfungsvorbereitung.’
Das Ende vom Lied war dann, dass ich die Formatierung unterbrochen hatte. Das wiederum resultierte darin, dass das System nicht mehr bootfähig war. Aber wenigstens waren noch die beiden Daten-Partitionen vorhanden, die ich dann 2 Stunden lang mit Knoppix auf einen anderen Rechner kopiert habe.
Dann habe ich damit begonnen das System neu aufzusetzen, was weitere 6 Stunden in Anspruch nahm. Und dann mussten ja natürlich auch alle Daten von der Maschine, wo ich sie zwischengelagert hatte, zurückgesichert werden auf die ursprüngliche Maschine.
Ich war um 18 Uhr nach Hause gegangen und habe mich dann zu Hause zwei Stunden lang auf meine Prüfung am nächsten Tag vorbereitet.

Der Rest der Woche verlief ruhig.
War ja auch nicht anders zu erwarten – die kritischste Situation (meine Prüfung) war ja vorbei.

Die dritte Woche fing erwartungsgemäß wieder mit einem Bandsteher an.
Da ich jedoch um jeden Preis Überstunden abbauen musste, ging ich um 10 nach Hause und kam um 16 Uhr wieder, hab die Vertriebler vom Server geschmissen (diesmal war ich derjenige, der geschimpft und sie verflucht hatte) und hab die Berechnungen bis 20 Uhr durchgezogen.
Dienstag dann das gleiche Spiel. Und spätestens da wusste ich, dass die Bänder endgültig am Ende sind und es einfach nicht lohnte es nochmal und nochmal zu probieren. Also habe ich das letzte ungenutzte DDS4-Band genommen und DB-Server draufgeschrieben und aus Rostock gebrauchte DDS-Bänder angefordert. Die sind zwar gebraucht, aber seit mindestens einem Jahr nicht mehr in Benutzung, weil da das Band-Laufwerk defekt ist und kein neues in Planung war/ist.

Der Rest der Woche war (für mich) extrem ruhig.
Mir war prinzipiell alles egal und ich bin planmäßig jeden Tag um 12 Uhr nach Hause und hab Laptops gequält ^^
Am Freitag hatte ich dann meinen letzten Arbeitstag in diesem Chaoten-Laden….

Schlimmer geht’s nimmer. Es kann nur besser werden. :-)

In diesem Sinne

geBLITZdingst

Kommunikationsdefizite

30. April 2008
Es ist immer wieder schön, wenn sich Leute beschweren, dass ihnen niemand etwas mitteilt und sich dann herausstellt, dass diese Leute nicht den Hauch einer Bohne besser sind.

Aber fangen wir von vorne an.
Als ich mit der Ausbildung angefangen hatte und $Ausbilder das erste mal aus dem Urlaub zurückkam, wurde ich erst einmal rundgefeilt, weshalb ihm nicht mitgeteilt wurde, was in seiner Abwesenheit passiert wäre.
Seit dem schreibe ich ihm immer schöne nette Zettel über alle Vorfälle während seiner Abwesenheit. Und glaubt mir, das kommt häufig vor, wenn $Ausbilder es sich zur Regel gemacht hat, jeden Donnerstag und Freitag frei zu machen.
Okay. Halten wir also fest: Kommunikation von mir in seine Richtung findet statt. Wegen mir leidet er jedenfalls nicht an Informationsmangel.
Aber anders herum sieht es da schon ganz anders aus.

Heute war wieder so ein Tag, wo ich hätte platzen können.
Während ich weg war und meine Doku zu Hause ausdruckte, hat er wohl mal wieder am Drucker von unserem Vertriebler rumgebastelt.
Neben CRT-Monitore ohne Gehäuse zu betreiben, ist das seine Lieblingsbeschäftigung. Warum, weshalb und welchen Sinn das haben soll, weiß ich auch nach 3 Jahren Ausbildung noch nicht.
Zu 90% besteht die Übung darin, den (durchaus schon defekten Drucker) zu zerlegen und dann festzustellen, dass man den Fehler nicht findet. Dann wird der Drucker wieder irgendwie zusammengesetzt und zurück an seinen Ort gestellt. Man hat ja was gemacht und nicht Untätigkeit demonstriert. Aber defekt ist der Drucker dadurch natürlich immer noch.
Heute war wohl wieder einmal so ein Spieltag.
Der Drucker vom Vertriebler spinnt schon seit ein, zwei Monaten rum. Anfangs war es der Sensor, der erkennt, ob noch Papier im Druckschacht liegt und einen Papierstau erkennen soll.
Der Sensor ist eine simple Wippe, die mit Schwerkraft betrieben wird und zusätzlich durch eine Feder unterstützt wird. Und diese Wippe ist inzwischen ziemlich abgenutzt und manchmal klemmt die halt. Eine kleine Erschütterung reicht aus und sie löst sich und man kann weiterdrucken. Deswegen brachte es auch nichts, wenn der Drucker abgebaut, durch den halben Verlag geschleppt, der Drucker dann zerlegt und im (natürlich) geöffneten Zustand getestet wurde. Inzwischen war der Sensor ja wieder frei und ein Fehler konnte nicht ermittelt werden.
Nun ja – inzwischen wurde der Drucker so oft auseinandergenommen und wieder zusammengelegt, dass es ein Wunder ist, dass er überhaupt noch gedruckt hat. Jedenfalls bis heute Mittag.
Heute Mittag hatte $Ausbilder wohl den Drucker mal wieder zerlegt und anschließend wieder zusammengesetzt. Aber irgendwie nicht richtig. Offensichtlich hat er die Funktion des Druckers vor dem Hinstellen nicht getestet.
Jedenfalls steht um 17:00 Uhr unser Vertriebler in der Tür und meint: “Mein Drucker spinnt schon wieder.”
Ich also hin in dem sein Büro und dann kommt noch der Kommentar: “Seit $Ausbilder den in der Hand hatte, druckt der gar nicht mehr.”
Ich mir nix dabei gedacht. Weil, wie schon erwähnt, der hat den Drucker vom Prinzip her seit über einem Monat beinahe wöchentlich am Wickel.
Ich also erst mal die üblichen Tests. Kartusche raus und wieder rein – Drucker macht Testlauf – Drucker blinkt fröhlich – Drucker macht Lichtorgel (von große grüne Lampe, zur kleinen grünen Lampe, zur orangenen und zurück, das ganze so 3 Mal) und Drucker bleibt mit blinkender orangener Lampe stehen. Kein Mucks.
Okay. Manchmal hilft es, wenn man den Drucker aus macht und wieder anmacht. Also: anmachen, ausmachen – gleiches Spiel -> Lichtorgel -> orangene Lampe blinkert mich fröhlich an – sonst nix.
Da der Vertriebler den Drucker unbedingt braucht – is ja logisch, sonst würde er mich ja nicht vom Feierabend abhalten -, bau ich den Drucker ab und stell ihm den Drucker vom Empfang hin. Die Sekretärin hat zum Glück den gleichen Drucker und ist schon nach Hause. Glück im Unglück.
Also Drucker von der Sekretärin beim Vertrieb angeschlossen, den Vertriebs-Drucker unter den Arm geklemmt und ab in mein stilles Kämmerlein.
Nochmal das Testspiel – weil mir die Lichtorgel so gefallen hat :-D
Gleiches Ergebnis – orangenes blinken :-(
Also die 5 Schrauben gelöst und das Gehäuse vom Drucker abgenommen – hat man ja so gelernt in der 3jährigen Ausbildung.
Dann den Drucker genau beäugt und festgestellt, dass man a) keine Ahnung hat, aber b) diese Kontaktfeder an der Kartusche irgendwie seltsam weit rausguckt. Zurückdrücken lässt sie sich zwar und sie bleibt dann auch so halbseltsam in der Position. Aber sobald eine Kartusche drin war, steht sie wieder ungwöhnlich weit vor.
Also neben der Rückwand, auch das vordere Gehäuse irgendwie abgebaut (“Bloß nix abbrechen!!!”) und nachgeschaut, ob man von der Seite an diese doofe Feder rankommt. Denn die scheint offenkundig nicht auf ihrem Festpunkt zu sitzen, sondern frei schwebend in diese Öffnung gestopft worden zu sein (“Wird schon keiner merken”). Mit ein wenig Gefühl, einem kleinen Schraubendreher und mehr Mehl als nen Bäcker in einem Jahr verbraucht, bekomme ich die Feder wieder auf den Nippel, wo sie ihren Festpunkt hat.
Okay. Soweit so gut. Noch nen Blick von vorne in den Drucker geworfen und siehe da, die Feder sitzt so, wie es der Hersteller vorgesehen hat. Kartusche rein, Kartusche raus – die Feder sitzt immer noch so.
Also das Gehäuse irgendwie wieder draufgefummelt und den Drucker eingeschaltet: leises Brummen, klicken von Relais, Lichtorgel, orangenes blinken. Verflixt! Wohl nur den halben Fehler gefunden.
Inzwischen ist es 18:30 Uhr und ich wollte bereits vor 1,5 Stunden gehen, als dann der Mensch mit seinem defekten Drucker in der Tür stand.
Der Vertriebler hat seinen Mist inzwischen ausgedruckt und ich bau mal eben den Drucker von der Sekretärin wieder dahin zurück, wo er hingehört.
Dann frag ich den Vertriebler nochmal, wann $Ausbilder denn den Drucker das letzte Mal in den Fingern hatte. Denn inzwischen kommt mir der anfangs erwähnte Satz und vor allem der Teil “[...]seit der den in den Fingern hatte, haut der gar nicht mehr hin.[...]” schon ein wenig seltsam vor. Und was ist die Antwort? Genau: “Na heute Mittag erst!”
‘Okay!’, denke ich. ‘$Ausbilder hat ihn kaputt gemacht, es ist 18:30 Uhr, morgen ist nen Feiertag, Freitag beschwatz ich die Sekretärin, dass ich ihren Drucker brauch und bau den beim Vertrieb hin. Und ich bin Montag nicht da. Dann soll $Ausbilder mal zusehen, wie er die Kiste wieder ans Laufen kriegt. Ich fass das Drecksding nicht nochmal an!’

Aber das ist nicht alles. $Ausbilder war heute fleißig und hat mehr als nur den Drucker kaputt bekommen.
So ganz nebenbei hat er auch noch an den logon.bat-Dateien diverser Nutzer rumgespielt.
Ich hatte zwar gesehen, dass er den DOS-Editor offen hatte, hatte mir aber nix weiter dabei gedacht. Warum auch. Welcher bekloppte fummelt an Systemen rum, die er a) nicht versteht und die b) einwandfrei laufen?
Inzwischen weiß ich, was er gemacht hat. Er hat einen User vom Samba-Server für die Kleinanzeigen gelöscht und (typisch $Ausbilder) auf einem anderen Rechner eine statische Verknüpfung mit dem Explorer angelegt und wahrscheinlich einen Haken bei “Beim nächsten Start automatisch verbinden” und bei “Passwort merken” reingemacht. Sehr clever, wenn man bedenkt, dass die Rechner in ner Domäne eingebucht sind und theoretisch jeder Nutzer seinen Arbeitsplatz wechseln könnte und an einem anderen Rechner arbeiten könnte. Und servergespeicherte Profile sind ja aus Platz- und Performance-Gründen deaktivert.
Ich frage mich ernsthaft, wozu es ein LDAP gibt, in das man einträgt, welche Datei ein Nutzer beim Login laden soll? Und wozu es eben jene logon.bat-Dateien gibt, wenn sie doch nicht optimal genutzt werden?
Und informiert hat er mich über seinen Genie-Streich natürlich auch nicht.
Weder darüber, dass der bewusste User vom Kleinanzeigen-Samba gelöscht ist, noch, dass er überhaupt daran rumgespielt hat.
Ich durfte das dann wieder mal über die inzwischen gewohnte Tour erfahren:

  1. $User kommt und beschwert sich, dass irgendwas nicht geht.
  2. Ich schau doof aus der Wäsche, weil ich natürlich von nix weiß und versuche das Problem in den Griff zu bekommen.
  3. Ich fummle hier und fummle da und werd aus der Sache nicht schlau.
  4. Irgendwann kommt wer vorbei und sagt: “Ja, der hat doch heute da irgendwas gemacht.”

‘Okay’, denke ich dann heute das zweite Mal. ‘Nicht meine Hochzeit. Du hast alles versucht, keiner hat dir irgendwas gesagt, müssen die User eben irgendwie anders klarkommen.’

Soviel also zum Thema: Kommunikationsprobleme?

In diesem Sinne:

geBLITZdingst

Projektvorbereitungen

29. März 2008

Jaa – Es ist soweit. Die Lehre neigt sich dem Ende zu und als Fachinformatiker bin ich dazu verdonnert am Ende der Lehre eine Art Gesellenstück abzuliefern – genannt Abschlussprojekt. So richtig mit Projektantrag, der von der IHK abgesegnet werden muss, festem Zeitrahmen und Dokumentation und so.
Mein erster Anlauf kam irgendwie nicht so gut an beim Prüfungsausschuß. Er wurde wegen kleiner Mängel abgelehnt. Man gab mir eine zweite Chance, die spätestens bis zum 13. März einzureichen sei.
Alles schön und gut. Als vorbildlicher Azubi, schickte ich den verbesserten Antrag natürlich schon lange vor der Deadline ein.
Da ich schon beim Ur- Antrag von der IHK darüber belehrt wurde, dass der letzte Abgabetermin ja erst der 31. Januar gewesen sei und die Prüfungskommission auf keinen Fall vor diesem Datum zusammengetroffen wäre, übte ich mich in Geduld.
Es verstrich eine Woche nach dem 13. März – kein Brief von der IHK.
Es verstrich die zweite Woche nach dem 13. März – kein Brief von der IHK.
Jetzt haben wir die letzte Märzwoche und mein Projekt sollte laut dem anvisierten Projektzeitraum vom 15. März bis zum 31. März gehen. Ich werde naturgemäß ein wenig nervös ….

Also auf zu Episode 1:
Ich rufe am Donnerstag bei der zuständigen Mitarbeiterin bei der IHK an.
Es ist 16:30 Uhr und es meldet sich nicht die erwartete Mitarbeiterin, sondern eine Frau Köster sei am Apparat. Ich werde freundlich darauf hingewiesen, dass die gewünschte Mitarbeiterin bereits nach Hause gegangen sei und ich solle doch am nächsten Tag wieder anrufen. Auf die Frage ab wann denn mit der zuständigen Mitarbeiterin zu rechnen sei, wird mir die Auskunft gegeben, auf keinen Fall vor 9:00 Uhr anzurufen.
‘Warum bin ich eigentlich noch auf Arbeit und muss hier fast noch eine halbe Stunde absitzen, wenn die Dame von der IHK schon zu Hause ist? Und warum fängt die Dame von der IHK eine Stunde später als ich an, wo sie doch schon eine Stunde früher geht?’, kommt es dumpf aus meinem Unterbewußtsein.
Egal. Die Fragen werden schnell verdrängt. Man lebt schließlich in einer ungerechten, fiesen und gemeinen Welt und ist bestrebt ein ehrenwertes Mitglied eben jener Welt zu werden. Und man stellt halt fest, dass man noch viel zu lernen hat. Das macht auch fast gar nix, denn man ist ja der Lehrling. .oO(Irgendwas war doch da von wegen nahendes Ende der Lehrzeit oder so …. )

Auf zum zweiten Teil der Episode:
Die zweite Episode beginnt natürlich am nächsten Tag.
Laut Kalender ist es der 28.03.2008 und es ist Freitag und die Uhr zeigt 9:30 an.
Also auf in den Kampf. Hörer abnehmen und IHK anrufen. Zur Überraschung aller, habe ich sofort die gewünschte Mitarbeiterin am Draht.
Das fängt gut an. Vielleicht wendet sich ja doch noch alles zum Besten.
Ich also mein Anliegen vorgebracht und der Dame alles erklärt.
Und dann werde ich zum zweiten Mal belehrt.
Nein, diesmal war die Kommission wohl schon zusammengetroffen. Aber die Auswertung der Anträge, sei noch nicht einmal bei der IHK. Die Anträge der Systemelektroniker seien ja auch erst diese Woche in der IHK angekommen.
Auf die Frage, wann denn mit den Antworten für die Fachinformatiker zu rechnen sei, bekomme ich die vorsichtige Antwort: “Nicht vor nächste Woche.”
Wohlgemerkt: Gemeint war die Ankunft der Antworten der Prüfungskommission bei der IHK. Dann sind die Ergebnisse aber noch lange nicht beim Prüfling.

‘Na toll’, denke ich. ‘Wie gut, dass dein Projektzeitraum auch nicht vom 15. März bis 31. März angegeben ist.’
Und dann wundern sich die Leute bei der IHK, dass beim Abschlussprojekt beschissen und gemogelt wird, was das Zeug hergibt.
Da die IHK es im Traum nicht unter eine Woche schafft, die Antworten der Prüfungskommission zu bearbeiten .oO(Wie auch, bei den Arbeitszeiten?), werde ich mit ziemlich hocher Wahrscheinlichkeit nicht vor der zweiten Aprilwoche erfahren, ob mein zweiter Anlauf für das Projekt abgesegnet wurde oder nicht.
Aber wenigstens ist die Einladung zur schriftlichen Prüfung bereits eingetroffen.

Übrigens hat mein Ausbilder auf meinen sanften Hinweis, dass mir weder in der Schule, noch im Betrieb erklärt oder beschrieben wurde, in welche Phasen sich ein Projekt gliedert, reagiert.
Nach meinen zwei Wochen Berufsschule, lag ohne Erklärung oder Hinweis ein Werbebrief auf meinem Schreibtisch. Wohlgemerkt an meinen Ausbilder adressiert. Auf Nachfrage, was damit wäre, bekam ich die Antwort, dass das seine Art sei auf Kritik zu reagieren.
Es handelte sich um eine Schulung, die IT- Personal die Planung und Durchführung eines Projektes näher bringen sollte. Kostenpunkt: schlappe 3000 Euro mit Unterkunft und Mittag, wenn ich mich recht entsinne. Dauer: eine Woche.
Ich bin soooo glücklich in einem Betrieb lernen zu dürfen, der so kompetent ist, dass er die essentiellen Dinge des modernen IT- Business aus dem FF beherrscht.

In diesem Sinne

geBLITZdingst

Update: Am Samstag, 05.04.2008, war die Bestätigung für mein Projekt eingetroffen.
Dann kann es ja jetzt endlich losgehen mit meinem Abschlussprojekt.
Moooment mal! Da war doch was. Rüüüschtüsch! Der Zeitraum für das Projekt war vom 15.03. bis zum 31.03. angegeben.
Man, man, man – Wie soll ich das nur erklären?

Willkommen in Reich des Services

5. März 2008

Der Beginn dieser Geschichte liegt schon ein wenig zurück.
Am 18. Januar diesen Jahres bekam ich den Auftrag von meinem Chef, einigen Usern den Zugang auf bestimmte Bereiche des Backends vom firmeninternen Intranet zu gewähren.
Ich dachte: ‘Naja, kein Ding. Ist ja nen CMS und im Handbuch steht ja ausführlich beschrieben, dass man im Backend bestimmten Usern und/oder Gruppen den Zugang nicht nur gewähren kann, sondern ihnen auch nur die Bereiche anzeigen lassen kann, die sie für ihre Arbeit brauchen.’Also setzte ich mich hin und versuchte den Nutzern den Zugang zu geben, den sie brauchten. Soviel Rechte wie nötig, so wenig wie möglich.
Ich habe geschlagene 4 Stunden an der Aufgabe gesessen, wenigstens 3 verschiedene Wege ausprobiert, das Handbuch von vorne nach hinten gewälzt und von hinten nach vorne, habe die Anleitung Schritt für Schritt nachvollzogen – und bin gescheitert. Weil zwei Scripte einfach total verbugt sind und gleich beim Aufruf schon mit dem bekannten PHP-Fehler “error in line XY….” abgestürzt sind.
Fazit: Es lassen sich weder Backend-User, noch Backend-Gruppen einpflegen. Das CMS ist demzufolge kein CMS, da der Content nur von Administratoren verwaltet werden kann.
Ich bin also mit dem Problem hin zu meinem Chef und hab ihm das geschildert. Der hat wohl nur Bahnhof verstanden und wollte, dass ich das Problem in einer Mail beschreibe und die Mail zu ihm schicke. Er sendet sie dann weiter an die Firma, die uns das System installiert hatte.
Das war, wie erwähnt, am 18. Januar.

Heute schau ich mein Postfach ( Man ist ja nen verantwortungsbewußter Azubi – ich könnt mich jetzt noch dafür treten!!!! ) und was sehe ich?
Eine eMail mit dem Subject: Ihre Supportanfrage vom 18. Januar.
‘Ui’, denke ich so. ‘Das nenn ich ja mal prompten Service. Geradezu überlichtschnell.’
Ich fang an die Mail zu lesen und was ich da lese, verschlägt mir beinahe die Sprache.
Anstatt auf das eigentliche Problem der defekten PHP-Scripte einzugehen, bekomme ich in höflichem, aber etwas belehrendem Ton erklärt, dass Benutzer das Backend gar nicht benötigten und ja alle Funktionalitäten im Frontend abgelegt seien.

Ja sch…e nochmal!!!!! Wieso hab ich mich denn 4 Stunden lang abgemüht den Leuten Zugriff auf das Backend zu geben, ohne sie zu Administratoren der ganzen Webseite zu machen?!?!?

Manchmal frage ich mich echt, ob ich meine Problembeschreibungen auf hydraulisch rückwärts schreibe….

In diesem Sinne

geBLITZdingst

Was man mit einem Laptop so alles anstellen kann …

1. März 2008

Okay, die Geschichte beginnt vor ca einem viertel Jahr.
Dort bekam ich ein richtig geiles Notebook aus der Business- Reihe von Asus auf den Arbeitsplatz. So mit Ledereinband und allem drum und dran.
Es war das Notebook, das für eine Person in der Führungsetage vorgesehen war. Für wen sollte auch sonst so ein Teil sein?

Die Anforderung war: Es sollten alle relevanten Programme installiert sein, die diese Persönlichkeit auch auf ihrem Arbeitsplatz nutzt.
Zusätzlich mussten möglichst auch die persönlichen Einstellungen vom Arbeitsplatz auf das Notebook kopiert werden.
Und zu guter Letzt sollte noch OpenVPN eingerichtet werden. Und zwar so, dass der Nutzer nur die UMTS- Karte einstöpselt und sich das Notebook sofort über VPN in das Firmennetzwerk einklinkt.
Bei den Tests funktionierte das auch alles erstaunlich gut. Besser als ich anfangs befürchtet hatte.

Da sich das Notebook ohnehin ausschließlich über VPN und das firmeninterne Netzwerk mit dem Internet verbinden sollte, stellte ich das automatische Update von Windows auch gleich mit auf den firmeninternen WSUS ein und den Virescanner konfigurierte ich auf das firmeninterne Viren- Repository.
Die WSUS- Datenbank führt über jeden Computer, der sich je auf dem Server gemeldet hatte, Buch darüber, welche Updates sich der Rechner gezogen hat und wann er sich das letzte mal am Server meldete.
Nach einiger Zeit fiel mir auf, dass WSUS genau dieses Laptop als auffällig meldete. Zuerst war es nur der Hinweis, dass sich das Laptop X Tage nicht mehr gemeldet hat. – Da dachte ich mir noch ‘Solltest du im Auge behalten. Vielleicht stimmt was nicht. Vielleicht kommt auch einfach der Nutzer nicht so recht damit zurecht.’
Wenig später wurde aus dem Hinweis eine Warnung: Der Computer hat sich Y Tage nicht mehr am WSUS gemeldet. – Da wurde ich dann schon etwas nervös.
Ich suchte also meinen Chef auf und bat ihn doch bitte dafür zu sorgen, dass dieses bewußte Laptop doch bitte mal bei mir im Keller vorbeigebracht wird. Das Laptop habe sich schon einen gewissen Zeitraum nicht mehr am WSUS gemeldet und ich müsse deswegen schauen ob es irgendwelche Probleme damit gibt.
Das war so in etwa Anfang Januar.

Okay. Diese Woche kam das Laptop dann endlich bei mir rein.
Mein Ausbilder machte das Ding auch sofort auf, startete die Kiste, steckte die UMTS-Karte ein und alles war wunderbar.
Das Notebook verband sich über VPN mit dem Firmennetzwerk und holte sich brav alle Updates.
Alles genau so, wie es sein sollte.
Nachdem mein Ausbilder nun alle Microsoft- Updates installiert hatte, der Virenscanner wieder auf dem aktuellen Stand war und auch Firefox und Thunderbird die neueste Packung bekommen hatten, fragte ich meinen Ausbilder: “Und? Was ist der Fehler? Haste was finden können?”
Die Antwort lautete: “Nein. Ich habe keine Ahnung. Schauen wir doch mal in das Ereignis Protokoll.”
Gesagt, getan – mir fielen fast die Augen aus den Höhlen, so lang waren die Stiele!

Seit dem Tag, wo das Notebook übergeben wurde, war das Notebook nicht mehr in Betrieb gewesen. Der letzte Eintrag vor den Einträgen von jenem bewussten Tag, an dem das Notebook wieder runter kam um zu schauen was damit los ist, datierte auf den 15.10.2007 .

Das ist auch nicht weiter schlimm – Das Notebook hat ja damals nur 1700 Euro gekostet.

In diesem Sinne … geBLITZdingst