Nachdem nun also der Verbleib des Mietvertrages geklärt war und klar war, dass ein Umzug mit einem Umzugsunternehmen getrost gestrichen werden konnte, musste ich auf die Schnelle alles neu “planen”.
Mein Ausweichplan sah so aus, dass mir bei den sperrigen Sachen wie Waschmaschine, Kühlschrank, Couchbett und Küchenschrank mein Mitbewohner helfen müsste. Er bestätigte mir auch, dass er mir helfen würde. Allerdings mit der Einschränkung, dass er hatte um 10:00 Uhr einen wichtigen Termin habe und konnte mir demzufolge auch nur bis 9:30 Uhr helfen konnte.
Grundsätzlich war das nicht so schlimm, denn es handelte sich ja nur um 4 Teile. Und ein Teil davon hatten wir schon einen Tag vorher heruntergebuckelt.
Bei Avis hatte man mir versichert, dass das Auto um 8:00 Uhr verfügbar wäre. Demzufolge plante ich es so ein, dass ich um 8:00 Uhr das Mietauto abholen wollte und dann so gegen 8:30 Uhr hätte anfangen können mit dem einladen.
Um 9:30 Uhr hätten mein Mitbewohner und ich dann zumindest die schweren Sachen locker alle runtergetragen und eingeladen gehabt.
Soweit der Plan.
Aber es kam natürlich anders, als geplant. Und zwar ganz anders.
Es fing schon morgens beim abholen des Autos an.
Als ich um 10 Minuten nach 8 bei Avis aufkreuzte, teilte man mir mit, dass das Auto noch nicht da sei. Aber es würde in ca. 20 Minuten da sein.
‘Okay’, dachte ich. ’20 Minuten kannst du warten und du kommst auch nicht all zu sehr aus dem Plan.’
Es blieb jedoch nicht bei 20 Minuten. Nachdem ich 15 Minuten gewartet hatte, rief die Dame am Tresen bei dem Typen an und fragte, wo er bliebe. Es stellte sich heraus, dass 20 Minuten mehr als illusorisch waren. Vor 9:00 Uhr wäre nicht mit dem Eintreffen des Transporters zu rechnen.
Ich also wieder nach Hause gestiefelt und mit meinem Mitbewohner die großen Sachen runtergeschleppt. Wir haben in der knappen dreiviertel Stunde bis kurz nach 9 wie erwartet die größten Dinger geschafft.
Als wir gerade mit dem Kühlschrank unten an kamen, stand auf einmal die Tussi vor uns, die die Wohnungsabnahme machen wollte.
Ich war total überrascht und fragte sie, wie spät es sei. Sie antwortete mir, es sei viertel nach 9 und sie hätte bereits mehrfach versucht mich anzurufen.
Mein Telefon hatte ich natürlich oben gelassen. Und selbst wenn ich es am Mann gehabt hätte, wäre ich mit einem Kühlschrank am Arm sicher nicht ran gegangen… Aber das schien ihr nicht in den Sinn zu kommen. Frauenlogik halt …
Jedenfalls stellten wir dann gemeinsam fest, dass sie am heutigen Tag keine Zeit mehr haben würde, um einen weiteren Termin zu machen. Und ich würde bereits am nächsten Tag nicht mehr vor Ort sein. Der Kompromiss, den wir dann fanden sah so aus, dass mein Mitbewohner von mir eine Vollmacht bekam und in meinem Namen die Wohnungsabnahme machen durfte.
Soweit, so schlecht.
Es war inzwischen 9:30 Uhr und mein Mitbewohner musste los zu seinem Termin. Und oben in der Wohnung stand noch der Kleiderschrank und die Couch.
Da es inzwischen 9:30 Uhr war und das Mietauto ja ab um 9:00 Uhr verfügbar sein sollte, zog ich los zu Avis, um das Auto abzuholen.
Dort angekommen, stellte sich heraus, dass das Auto immer noch nicht da war.
Um viertel nach 10 kam dann endlich auch der Fahrer mit dem Mietauto, welches ich bekommen sollte. Nachdem dann noch ein oberflächlicher Check durch die Mitarbeiter der Autovermietung vorgenommen wurde, konnte ich halb 11 dann auch endlich mit dem eigentlichen Umzug beginnen.
Zu diesem Zeitpunkt waren bereits sämtliche von mir gemachte Termine nicht mehr haltbar. Die Termine am Zielort nicht und die Termine bezüglich der alten Wohnung ohnehin nicht. Ich wollte ja eigentlich schon um 10 Uhr unterwegs sein.
Die Chefin der Avis-Filiale in Neubrandenburg hatte wohl irgendwie ein schlechtes Gewissen, weil mir ja alle Termine geplatzt waren und das Mietauto erst mit 2 Stunden Verspätung ankam. Deswegen bot sie mir an, dass ein Mitarbeiter mitkommen könnte und mir beim Tragen der letzten beiden großen Möbelstücke helfen würde. Dieses Angebot nahm ich natürlich an.
Auf den 10 Minuten Fahrt zur Wohnung zeigte mir der Mitarbeiter dann noch einige Schalter und erklärte mir die Bedienelemente im Cockpit. Vor der Wohnung angekommen, stellten wir zusammen schnell die drei Möbel ins Auto, die mein Mitbewohner und ich bereits runtergetragen hatten. Anschließend trugen wir die Couch nach unten und stellten sie ins Auto. Den Kleiderschrank solle ich auseinandernehmen, dann wäre er leichter transportierbar und der Raum innerhalb des Autos würde optimaler genutzt werden, meinte der Avis-Mitarbeiter. Prinzipiell hatte ich nichts dagegen und da die Rückwand geschraubt war, ließ sich das sogar machen.
Der freundliche Mitarbeiter verabschiedete sich von mir und ging zu Fuß zurück zur Avis-Station (sind nur 10 Minuten Fußweg). Ich war also alleine mit einem Keller voller Zeugs und einer Wohnung im 6. Stock ebenfalls voller Zeugs.
Es war inzwischen 11 Uhr und ich sollte noch viereinhalb Stunden brauchen, um die Wohnung leer und das Auto voll zu laden.
Um 16:00 Uhr kam mein Mitbewohner von seinem Termin wieder und ich war gerade dabei die letzten Kleinigkeiten zusammenzusammeln. Danach ging ich dann nochmal in den Aldi und kaufte mir etwas zu trinken, denn wegen der Affenhitze und dem ewigen Treppen hoch- und runterrennen hatte ich bereits über 3 Liter Wasser getrunken und damit meine ganzen Vorräte aufgebraucht. Also ging ich noch einmal in den Aldi und füllte meine Vorräte mit Wasser, Limo und Cola auf.
Sobald ich Neubrandenburg verlassen hatte und endlich auf dem Weg in meine neue Heimat war, lief alles wie am Schnürchen.
Ich machte alle 2 Stunden Pause und bin die Nacht über durchgefahren.
Am nächsten Morgen um 5 Uhr war ich dann in Karlsruhe und bin dann noch eine Stunde lang die Kriegsstraße hoch und runtergegondelt, weil die Beschreibung so genial und die Karte so detailliert war, dass ich auch hätte auf dem Mond sein können. Der ADAC-Atlas hatte aber leider auch keine Detailkarte von Karlsruhe und so kurvte ich mehr oder weniger orientierungslos durch Karlsruhe.
Nach einer dreiviertel Stunde hatte ich dann die Schnauze voll und fand zufällig eine Straße, die noch viel zufälliger auch auf der “Detail”-Karte des Routenplaners verzeichnet war. Ich stellte also mein Auto auf dem nächstbesten Parkplatz ab und ging zu Fuß los um zu erkunden, wo ich überhaupt bin und wie ich mit meinem Auto dorthin komme, wo ich hin will.
Gesagt, getan. Ich also zu Fuß los … Und siehe da, es stellte sich heraus, dass ich nur die Straße, wo ich mein Auto abgestellt hatte, weiter runter fahren musste und dann rechts abbiegen und ich stand direkt vor meiner neuen Wohnung.
Ich parkte also den Transporter direkt vor der Haustür und wartete auf meinen Helfer in Karlsruhe. Der sollte um 7 kommen.
Pünktlich wie ein Maurer stand Jay vor mir und wir fingen an den Transporter auszuräumen.
Um 9:30 Uhr hatten wir das letzte Teil ausgeräumt. Die Waschmaschine war überflüssig, da in der neuen WG bereits eine vorhanden war und Jay und ich fuhren das Gerät zu Jay, wo es erst einmal eine recht sichere Bleibe gefunden hat.
Wenige Minuten nach 10 waren wir bei Avis in Karlsruhe und wollten das auto auftanken. Dummerweise funktionierte die Tankstelle neben Avis nur mit Karte und da ich noch nen Haufen Bargeld in der Tasche und bereits ein riesen Loch auf dem Konto hatte, wollte ich lieber in bar zahlen.
Die Mitarbeiterin bei Avis erklärte mir den Weg zu einer Tankstelle, wo man auch normal mit Bargeld bezahlen kann und Jay und ich gingen den Transporter nochmal volltanken.
Um 10:30 Uhr konte ich das auto endgültig wieder abgeben und der Umzug war so gut wie gelaufen. Ich fuhr noch mit dem Rad zu meiner neuen Wohnung und Jay half mir beim Hochtragen der letzten Sachen.
Ich glaube um 12 hatten wir das letzte Stück nach oben getragen und ich saß total fertig und erschöpft in der Küche. Ich war so fertig, dass ich nicht mal mehr merkte, wie fertig ich war.
Alles in allem bin ich froh, dass der Umzug vorbei ist,
An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich für die tatkräftige Unterstützung meines ehemaligen Mitbewohners Daniel und auch bei Jay2k1 bedanken.
In diesem Sinne…..
geBLITZdingst
… obwohl… damit isses ja jetzt eigentlich vorbei…